Projekt SaxMobility II schafft Lademöglichkeiten und „StromTicket“

Die  elektrische Mobilität ist auf dem Vormarsch, im Hinblick auf die Energiewende werden zeitgemäße Mobilitätskonzepte immer wichtiger. 2011 hat DNV GL (KEMA-IEV GmbH) mit mehreren sächsischen Partnern das Projekt „SaxMobility II“ gestartet, um den Freistaat auf den Trend Elektromobilität vorzubereiten. Im Fokus des Projektes, für das nun der Abschlussbericht vorliegt, standen der Aufbau von Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum, der Betrieb elektrischer Flottenfahrzeuge, die Entwicklung eines einheitlichen Zugangs- und Abrechnungssystems sowie die alltagstaugliche Verknüpfung mit dem ÖPNV.

Das Projekt SaxMobility II  wurde im Rahmen der Modellregionen Elektromobilität mit insgesamt 3,4 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

Innovative Lösungen für vernetzte Mobilität

Die Projektpartner DNV GL (KEMA-IEV GmbH), DREWAG – Stadtwerke Dresden GmbH, ENSO NETZ GmbH,  Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH, Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW) und Forschungs- und Transferzentrum Leipzig e.V. (FTZ) entwickelten für das „Ad hoc“-Laden – also die spontane Nutzung von Ladeinfrastruktur – das „StromTicket“. Es wird bereits in vielen Regionen Deutschlands getestet.

Angesichts der großen Kundenzahlen im ÖPNV erscheinen kombinierte Zugangs- und Abrechnungsangebote für ÖPNV und Laden erfolgversprechend. Idee ist, Mobilitätsdienstleistungen aus einer Hand zu liefern: Ladeservice, Reservierung von Ladesäulen und Abrechnung. Das stärkt umweltfreundliche Mobilitätsangebote und macht Lust auf elektrisches Fahren.

Seit 2013 ist die zeitbasierte Abrechnung von Ladevorgängen mit dem „StromTicket“ in das verbreitete System „HandyTicket Deutschland“ eingebunden und seit 2016 nun für jedes Verkehrsunternehmen im HandyTicket-Verbund nutzbar. Im Raum Leipzig wurde das „StromTicket“ 2015 parallel zur Installation von 25 neuartigen Mobilitätsstationen im ÖPNV-Angebot „easy.GO“ verankert. Durch das Projekt SaxMobility II wurde zudem initiiert, dass Kunden das komplette Angebot an einem Ort nutzen können: Laden an den Stationen, Umsteige-, Informations- und Ticketangebote sowie CarSharing inkl. eCarSharing bzw. Radverleih. Aufgrund der Neuartigkeit gab es bereits zahlreiche Anfragen zur Adaption durch Dritte.

Zusätzlich  wurde am Campus der HTW Dresden das sogenannte Car and More Sharing (CAMS 2.0) zur autarken Abwicklung eines Verleihbetriebs von Elektrofahrzeugen eingeführt – Studenten und Mitarbeiter erleben nun elektromobiles Fahrgefühl auf zwei und vier Rädern.

Insgesamt wurden im Projekt  ca. 111 Ladestationen oder Wallboxen mit ca. 283 Ladepunkten neu bzw. umgebaut, mit teilweiser Vernetzung von Ladeinfrastruktur mit Mobilitätsservices an Mobilitätsstationen sowie der Einbindung des Zugangs- und Abrechnungssystems (ZAS) „StromTicket“ in zwei Systemplattformen. Cirka 60 elektrische Fahrzeuge wurden in diesem Projekt angeschafft u.u.a. u.a. bei Energieversorgern, Beratungs-/Technologieunternehmen, Fahr-/Pflegediensten, Carsharing-Unternehmen, Verwaltungseinrichtungen und Hochschulen/Forschungseinrichtungen getestet.

Oliver Braune, Programmleiter Elektromobilität der NOW, lobt die Zusammenarbeit auf Projekt- und Programmebene: „Das Projekt SaxMobility II hat die Entwicklung der Elektromobilität in der Region Sachsen vorbildhaft unterstützt. Die Partner leisten einen wesentlichen Beitrag zur Etablierung und Umsetzung der verknüpften Themenstellungen rund um die Elektromobilität und den ÖPNV. Die Ergebnisse zeigen, dass systemübergreifende Lösungen möglich sind.“

Kristian Seidl, Projektleiter bei DNV GL und Koordinator des Verbundvorhabens SaxMobility II, betont die Bedeutung von F&E-Vorhaben: „Mit dem Projekt SaxMobility II haben die Projektpartner in den vergangenen Jahren einen entscheidenden Beitrag geleistet, das Thema Elektromobilität auch im Freistaat Sachsen zu etablieren, öffentlich erfahrbar zu machen und eine Basis für Geschäftsmodelle sowie die Weiterentwicklung intelligenter und verknüpfter Systemanwendungen gelegt.“

HINTERGRUND:

Die Bundesregierung fördert umfassende Demonstrationsvorhaben der Elektromobilität in Deutschland. Die Modellregion Elektromobilität Sachsen wird seit 2009 durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert. Die Programmkoordination verantwortet die NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Die Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH koordiniert als Projektleitstelle die Modellregion Elektromobilität Sachsen.

Weitere Informationen unter: www.stromticket.de www.saena.de/projekte/modellregion-elektromobilitaet.html

 

Fachlicher Ansprechpartner: für KEMA – IEV Ingenieurunternehmen für Energieversorgung GmbH

Kristian Seidl

Senior Engineer, Digitalization 

DNV GL

 

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