Auswertung der Opel Ampera Nutzung bei KEMA

Demnächst finden Sie die detailierte Zwischenauswertung hier.

Die KEMA-IEV GmbH beschaffte im Rahmen des Projektes SaxMobility II (in der Modellregion Elektromobilität Sachsen) im Februar 2012 einen Opel Ampera, ein Elektrofahrzeug mit Reichweitenverlängerung (Range Extended Electric Vehicle).

Das Fahrzeug soll bis zum voraussichtlichen Projektende im September 2014 im täglichen Einsatz (Dienstreisen) durch angestellte Mitarbeiter getestet werden. Weiterhin bietet die DNV KEMA am Standort Dresden ihren Mitarbeitern die Möglichkeit das Fahrzeug für private Zwecke bis zu 145 km pro Monat kostenfrei zu nutzen.

Die Mitarbeiter der DNV KEMA werden bei der privaten oder dienstlichen Benutzung des Opel Ampera gebeten einen Fragebogen anonym auszufüllen und weitere technische Angaben zur Fahrt im Fahrtenbuch zu vermerken.

Das Ziel der Nutzung des Opel Ampera ist:

  • das Meinungsbild gegenüber dem Thema Elektromobilität,
  • die Praxistauglichkeit im Flotteneinsatz und
  • den wirtschaftlichen und ökologischen Nutzen

zu untersuchen.

Ergebnisse des Fragebogens

Die überwiegend jüngeren Mitarbeiter, die das Fahrzeug nutzten, haben mehrheitlich ein positives Bild über die Elektromobilität und dem Opel Ampera. Dies zeigt sich durch die hohe Bewertung in den entsprechenden Kategorien (z.B. sympathisch, erstrebenswert, Fahrspaß) bei den Fragen nach der allgemeinen Einstellung zum Thema Elektromobilität (vgl. Kapitel 3.3). Trotz der vielfach positiven Meinungen kristallisieren sich zwei deutliche Kritikpunkte heraus, zum einen die geringe elektrische Reichweite von 40 bis 80 km und zum anderen die relativ hohen Anschaffungskosten. Diese betragen je nach Ausstattung zwischen 43.900 und 49.200 Euro (inkl. MwSt). Die Preis- bzw. Kostensensibilität der befragten Personen zeigt sich auch bei den Fragen nach möglichen Anreizen und der Preisdifferenz in Kapitel 3.4. Danach würde die Mehrheit der Befragten sich mit Hilfe von Steuervorteilen und Zuschüssen beim Kauf von der Anschaffung eines Elektroautos überzeugen lassen. Neben den finanziellen Anreizen könnten sich die Nutzer zur Beförderung (private Strecken) auch Kombitickets zwischen PKW, ÖPNV sowie Carsharing vorstellen (s. folgende Abb.).

Abbildung zur Auswertung der Befragung

Abbildung 1: Welche Anreize können Sie von der Nutzung von Elektrofahrzeugen überzeugen?

 

Antworten zur Reichweite ergaben, dass der Opel Ampera dienstlich als auch privat häufig auf Strecken unter 50 km eingesetzt wird, wofür der rein elektrische Betrieb ausreichend ist. Auf Grund der geringen elektrischen Batteriereichweite wird der Opel Ampera im Fuhrpark nur zögerlich genutzt, da viele Dienstreisestrecken über 500 km liegen und oft die Ladeinfrastruktur fehlt. So gaben bspw. zwei Drittel der Befragten an, dass sie keine Möglichkeit zum Laden am Zielort hatten (vgl. Kapitel 3.5).

Ergebnisse des Fahrtenbuches

Mit Hilfe des Fahrtenbuches konnten die einzelnen Fahrten konkret nachvollzogen werden. Die Analyse der zurückgelegten privaten und dienstlichen Strecken in Kapitel 4.1 bestätigten im Großen und Ganzen die Ergebnisse des Fragebogens. Über 59 % der privaten Fahrten und 74 % der dienstlichen Fahrten liegen demnach in einem Bereich von bis zu 50 km. Die Gesamtfahrleistung im Zeitraum Februar bis August 2012 beträgt ca. 10.000 km.

Neben den Fahrtstrecken wurden auch die Verbrauchswerte untersucht um daraus anschließend den ökologischen Beitrag des Opel Ampera im Vergleich zu konventionell betriebenen Fahrzeugen des Fuhrparks zu berechnen. Durch die Kombination des Elektromotors mit dem Verbrennungsmotor wurden zwei  Verbrauchskategorien ermittelt. Zum einen ein kombinierter Durchschnittsverbrauch (Benzin + Strom) auf 100 km in Höhe von 5,96 Liter plus 12,58 kWh. Zum anderen wurde ein durchschnittlicher Stromverbrauch im rein elektrischen Betrieb in Höhe von ca. 20,5 kWh/100 km ermittelt. Mithilfe der Berechnung der spezifischen CO2-Emissionen konnte anschließend der ökologische Beitrag des Fahrzeuges ermittelt werden. Dabei wurden die ökologischen Vorteile des Fahrzeuges im rein (ökostrom-)elektrischen Betrieb nachgewiesen. Hier konnten relative Einsparungen (auf die aktuelle Gesamtfahrleistung bezogen) von ca. 44 t CO2 ermittelt werden.

Fazit

Aus der Nutzung des Opel Ampera konnten viele Erfahrungen gesammelt und die Praxistauglichkeit des Fahrzeuges im Flottenbetrieb nachgewiesen werden. Insgesamt kann ein positives Resümee gezogen werden. Die Preissensibilität der potenziellen Käufer und Nutzer wurde aufgezeigt, damit verbunden aber auch deren Bereitschaft zur kombinierten Nutzung anderer Verkehrsmittel. Die Notwendigkeit des bedarfsgerechten Ausbaus der Ladeinfrastruktur sowie der Entwicklung eines nutzerfreundlichen Zugangs- und Abrechnungssystems, der den freien Zugang zur Ladeinfrastruktur ermöglicht, wurde mit der Untersuchung noch einmal unterstrichen. Des Weiteren wurden die Fahrtstrecken, Verbräuche u.v.m. analysiert. Abschließend kann festgestellt werden, dass der Opel Ampera sich insbesondere auf kurzen bis mittleren Strecken (bis 200 km) als Flottenfahrzeug eignet, da das Fahrzeug insbesondere hier seinen ökologischen Vorteil ausspielen kann.

 

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